Sub/Sklavin

Was es für mich bedeutet eine Sklavin zu sein

Ich habe den Auftrag erhalten niederzuschreiben was es für mich bedeutet eine Sklavin zu sein.

nachdenk es ist einfach, aber auch verdammt schwierig. Als ich mit Bdsm „anfing“, September 2011, war ich Sub. Nein, falsch. Ich war eine neugierige Frau, die wissen wollte, warum es ihr gefallen hatte, wenn sie von ihren Partnern „härter rangenommen“ wurde. Warum es ihr gefallen hat, wenn sie einen Schlag auf den Hintern bekam…

Da ich zu der Zeit Single war, dachte ich mir: Schau mal ….

Also hab ich mich eines Abends hingesetzt und angefangen zu googlen. Versucht es mal. Gebt mal in Google Schlagwörter ein a la: Schläge, Sm, Bdsm… was kommt dabei am häufigsten heraus? Richtig: You tube videos.

Ich hab mir einige angesehen und ziemlich schockiert den PC abgedreht. Eine Woche lang habe ich es ausgehalten. Dann begab ich mich wieder auf die Suche. Ich wusste, dass was ich in den – teilweise wirklich extremen Videos – gesehen hatte, das wollte ich nicht.

Aber ich war erfüllt von einer Sehnsucht, die ich nicht definieren konnte.

Irgendwie bin ich dann auf einer Singlebörse gelandet, bei der man bei sexuellen Vorlieben Bdsm angeben konnte. Ich glaube, ich hatte das Profil noch nicht einmal ganz ausgefüllt, war mein Posteingang schon voll. lach

Ich begann mit meinen ersten Onlineerfahrungen. Meine Güte, ich hab den Doms Löcher in den Bauch gefragt.  Und je mehr ich erfahren habe, desto größer wurde meine Sehnsucht.

Ich bekam dann auch den Hinweis mich auf einer Bdsm Seite zu registrieren, was ich natürlich sofort gemacht habe.

Leider habe ich dann den Fehler gemacht, den viele Anfängerinnen, ohne Kontakte in die Szene, machen. Ich habe mich mit dem ersten Dom getroffen, der mir vom Schreiben her gut gefallen hat. Die Erfahrung möchte ich nicht wiederholen.

Ich ging in dieses Date, ohne zu wissen was auf mich zukam und ohne Cover. Wem hätte ich es auch erzählen sollen, dass ich mich mit einem Mann aus der Szene treffe? Das war mir dann doch sehr peinlich.

Deswegen hier ein Tipp an alle Anfängerinnen!! Ich weiß genau wie groß die Lust ist etwas zu erleben. Ich weiß wie groß die Sehnsucht ist. Und ich weiß wie gut ein Dom eine Anfängerin locken kann. Aber BITTE ! Geht niemals ohne Cover auf ein Date. Es ist schlicht zu gefährlich. Zu viele sogenannte „Doms“ laufen herum und picken sich genau diese Frauen heraus. Die Frauen mit der großen Sehnsucht, die unbedingt etwas erleben möchten. Diese Männer leben kein Bdsm. Diese Männer wollen schlicht und einfach harten Sex und dabei das Gefühl Macht zu haben über eine Frau. Sie wollen, dass ihnen eine Frau gefügig ist. Aber Mädels das ist kein Bdsm. Das ist Gewalt.

So, wo war ich? Ok.. ich hab einen Fehler gemacht. Abgehakt, es ist gut gegangen, nix schlimmeres passiert. Ich habe dieses Date einem Dom geschildert, mit dem ich eigentlich von Anfang an Kontakt hatte. Ich habe ihm klar gesagt: Wenn das Sm ist, dann interessiert mich das nicht. Er hat mir daraufhin gesagt, dass das was ich erlebte kein Sm war. Und wenn ich möchte, dann zeigt er mir was Sm wirklich ist.

Da ich immer noch diese große Sehnsucht in mir fühlte, hab ich spontan ja gesagt. Er hat mir von Anfang an klargemacht, dass er keine Sub sucht. (was auch der Grund war, dass wir uns nie getroffen hatten vorher).

Dieses Treffen mit diesem Mann, diesem Dom, hat mein Leben grundlegend verändert. Absolut. Er hat mir gezeigt das Sm genau das ist was ich möchte. Und er hat mir auch klargemacht wie wichtig Sicherheit ist.

Nach einer gefühlten Ewigkeit lernte ich dann endlich meinen 1. richtigen Dom kennen. Ich durfte fühlen, erfahren, erleben. Meine Grenzen ausloten, meine Tabus überdenken.

Er war es auch, der mir Shibari nähergebracht hat. Ich habe es vom ersten Moment an geliebt. Dieses Spiel mit den Seilen, diese Emotionen die über das Seil von Rigger auf Bunny übersprangen….

Lange Rede kurzer Sinn. Ich bin noch nicht lange Sklavin. Dazu hat mich erst mein jetziger Herr und Ehemann gemacht.

Aber für mich bedeutet es ganz einfach

Absolute Hingabe

Vertrauen

Respekt

Demut

Endlose Lust

Das Bedürfnis ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen

Und in meinem Fall auch Liebe , aber das muss nicht zwingend sein.

Ja, das trifft es so ziemlich. ABER…. All das geht nur mit dem richtigen Dom. Denn niemals würde ich mich einem Herrn freiwillig – und es muss definitiv freiwillig sein – hingeben, vor ihm knien, seine Regeln annehmen und auch befolgen wenn er nicht meinen Respekt und mein absolutes Vertrauen hat. Und er muss sich meinen Respekt erst verdienen. Denn ohne Respekt geht gar nichts.

Dafür allerdings bekomme ich genau das, was ich gesucht habe: Pure Lust. Sicherheit. Geborgenheit. Schutz. Aber auch Schmerz, Verlangen, Tränen, Verzweiflung…..

Was soll ich sagen? Ich bin glücklich über den Schritt, den ich gewagt habe und bereue es zutiefst ihn nicht schon früher gemacht zu haben. Denn jetzt bin ich glücklich. Absolut und aus tiefstem Herzen…..

Liebe Grüße,

Idan eru

PS: Wenn Fragen auftauchen, ihr irgendetwas wissen wollt, oder auch einfach nur quatschen… seid herzlich eingeladen mir zu schreiben. Ich fungiere im Joy auch als Bdsm Patin für den Raum NÖ und Wien. Gern aber über diese Grenzen hinaus.

Einfach anschreiben: Idan eru