10 Tipps

10 Tipps für Neu – Doms

Diese 10 Tipps für Neu – Doms durften wir hier mit freundlicher Genehmigung von Ellegon aus dem Joyclub einstellen. Sie sind wirklich sehr gut, und wer sich an diese Tipps hält und sie sich zu Herzen nimmt, hat eigentlich alle Karten in der Hand…

Tipp 1: Informiere Dich!  les

BDSM ist eine eigene Welt. Es gibt Leitplanken (z.B. SSC), Hilfsmittel (Codes) und natürlich einen eigenen Jargon. Gerade als Anfänger ist es sehr sinnvoll, sich erst mal ein wenig einzulesen oder einen Stammtisch zu besuchen. Nur damit kann man sich selber, und seine Wunsch Sub richtig einschätzen. Außerdem lernt man dabei auch die möglichen Gefahren und was man dagegen tun kann. Es gibt gerade hier im JC einige Gruppen und Foren die sich um BDSM drehen und neugierige Anfänger finden da viele Tipps. Als verantwortungsvoller Dom (der du ja sein willst) gehört es einfach dazu zu wissen, was covern ist oder warum eine spezielle Schere beim Bondage so wichtig ist.

Tipp 2: Sei ehrlich!

Der Wunsch eine eigene Sub zu finden ist bei allen Neu-Doms sehr hoch. Und so wird sich der eine oder andere auch überlegen, ob er sich nicht als „Profi“ ausgeben soll um so eine Sub zu finden. Tu das nicht. Es wird früher oder später rauskommen und dann ist dein Ruf ruiniert (ja, Subs reden miteinander :-))) und die Sub weg. Nur über die Ehrlichkeit kann sich Vertrauen bilden und nur über Vertrauen wird sich die Sub dir und deiner Macht übergeben, eben an VERTRAUEN. Eine Beziehung (egal welcher Art) mit einer Lüge zu beginnen ist immer schlecht.

Vielleicht winken viele Subs ab, wenn sie merken dass du Neuling bist. Aber die, die bleiben, erwarten nichts von dir, dass du nicht erfüllen kannst. Als gut informierter ehrlicher Neu-Dom (siehe Tipp 1), hast du sicher mehr Chancen als als Lügner!

Tipp 3: Eine Sub ist in erster Linie ein Mensch zwinker

Ja, bei BDSM geht es um Dominanz und Unterwerfung. Und ja, ein Dom kann von seiner Sub viele Dinge verlangen, und sie wird die meisten erfüllen. ABER das geht nicht von heute auf morgen. Wer einer möglichen Sub schon im 2. Mail noch vor dem ersten Treffen befiehlt, Nacktfotos zu senden wird in den meisten Fällen aus dem Rennen sein. Auch spezielle Kleidungswünsche oder sogar befohlener Sex beim ersten Treffen wird in den allerwenigsten Fällen von Erfolg gekrönt werden. Damit so etwas möglich ist, braucht die Sub erst mal Vertrauen. Und das bildet sich nicht über 1-2 Mails.

Denk immer daran, dass das wichtigste in einer BDSM-Beziehung eben dieses Vertrauen ist. Und das muss sich erst bilden. Gib der Sub die Zeit, das Vertrauen aufzubauen und es wird sich langfristig auszahlen. Sieh in ihr in den ersten Treffen noch keine willige Sklavin, sondern einen normalen Menschen der das gleiche Hobby teilt. Es ist völlig ok, schon am ersten Treffen über Tabus zu reden oder mögliche Abläufe zu diskutieren. Aber erwarte nicht dass sie auf einem Parkplatz die Kleider von sich reißt und sich dir hingibt…

Tipp 4: Eine Sub ist außerhalb der Session keine Sub!

Ja, auch hier gibt es Ausnahmen (24/7 oder Mischformen). Aber auch hier braucht es Vertrauen um die Grenzen einer Spielrunde (auch Session genannt) aufzuweichen. Mit klaren Regeln wann eine Session startet und wann sie endet können Missverständnisse vermieden werden und die Sub kann sich gefahrlos fallen lassen. Ist die Grundverbundenheit erst mal aufgebaut, kann man auch hier mit den Regeln spielen und sie evtl. sogar mal brechen. Bei einem guten Freund kann man ja auch mal herumalbern, ohne dass es zu Missmut kommt, während man das mit dem Chef wohl eher selten macht.

Tipp 5: Beachte, wer der Chef in einer Session ist!

Auch wenn es viele nicht gerne hören: in einer Session ist IMMER die Sub der Chef. Nur sie definiert ihre Tabus und ihre Grenzen. Nur sie kann dem Dom erlauben innerhalb der Grenzen zu agieren. Eine Sub muss, damit das ganze einvernehmlich ist, immer einverstanden sein. Ist sie dies nicht, und kann sie den Dom nicht stoppen, ist das Ganze mindestens eine Nötigung.

Viele Doms reden gerne von „Top from Bottom“ und dass bei ihnen in der Beziehung klar der Dom der Chef ist. Ich sage: Blödsinn. Nur was uns als Doms von den Subs erlaubt wird, können wir auch durchziehen. Das heißt nicht, dass man jedem Befehl oder Wunsch der Sub Folge zu leisten haben (das wird sie auch nicht wollen) oder dass die Sub bestimmt, was als nächstes passiert. Aber es bedeutet, dass man die Rahmenbedingungen zusammen absteckt und die Wünsche der Sub dahingehend auch respektiert.

Tipp 6: Dominanz heißt nicht zu verprügeln!

Wenn Du Tipp 1 beherzigt hast, dann kennst du diesen Tipp schon. Jede Sub ist anders. Man spricht von Devotheit (Unterwerfung) und Masochismus (die Lust am Schmerz). Die Verteilung der beiden Welten ist individuell und unterschiedlich. Es gibt sehr masochistische Subs, die kaum devot sind. Oder devote Subs, die keinen Schmerz wollen. Und natürlich jegliche Art von Mischformen. Nur wer seine Sub kennt, kann sie auch entsprechend „behandeln“. Aber auch eine masochistische Sub will nicht einfach 100 Peitschenhiebe und das war’s dann. Bedenke immer: Lieber zu sanft starten und sich steigern, als zu hart einzusteigen und das (evtl. noch gar nicht richtig vorhandene) Vertrauen zerstören. Und Dominanz ist viel, viel mehr als nur eine Peitsche zu schwingen. Wenn dir das nicht klar ist, zurück zu Regel 1!

Tipp 7: Reden! 

Je besser man sich kennt, desto besser kann man miteinander spielen. Und dazu gehört nun mal reden. Vor der Session und vor allem auch nach der Session. Z.B. kann ein Fragebogen, den die Sub vor der Session ausfüllt helfen, grundsätzliche Fragen zu klären. Aber auch der Dom kann den Bogen ausfüllen um zu sehen, ob man deckungsgleich ist. Ein hauptsächlich sadistischer Dom wird mit einer hauptsächlich devoten Sub wenig Freude haben!!! Nach der Session sollte die Sub Gelegenheit haben, ihre Eindrücke und Erlebnisse zu erzählen. Was hat ihr gefallen, was gab ihr einen Kick, und was war ein Abtörner? Klar ist, je besser man sich kennt desto weniger braucht man diesen Austausch. Aber als Anfänger ist das Gold wert. Entsprechende Bogen findest du im Internet.

Tipp 8: Durchhaltewille!

Als Neu-Dom wirst du in der Regel lange…. sehr lange auf eine Sub warten müssen. Nutze die Zeit dich zu bilden. Besuche Stammtische oder auch mal Treffen. Versuch vielleicht, bei einem erfahrenen Dom zuzusehen (z.B. an einer S/M-Party). Je besser du die BDSM-Welt und deine eigenen Gefühle und Wünsche kennst, desto selbstbewusster kannst du auch auftreten und aus deiner Schwäche (Einsteiger) vielleicht sogar eine Stärke machen.

Tipp 9: Lesen, Verstehen, Schreiben (oder auch „Der erste Eindruck zählt“)

Im Internet findet der erste Eindruck meist über eine Mail statt. Und dieser erste Eindruck macht enorm viel aus. Die erste Sympathie/Antipathie bildet sich schon in den ersten paar Zeilen. Deshalb lohnt es sich, sich ein paar Gedanken zu machen bevor man schreibt. Glücklicherweise ist JC schon fast ein Himmel für Stalker, denn die Profile geben ganz, ganz viel Auskunft über die Personen. Lies dir deshalb das Profil IM DETAIL durch. Schau dir die Alben an. Schau dir an, was die Person an Beiträgen geschrieben hat (evtl. als eigene Diskussionen gestartet hat). Und dann überleg dir: Passen wir zueinander? Was interessiert mich? Was ist spannend an der Person. Knüpf daran an und achte auch auf die Form des Mails. Ja, Rechtschreibung, Grammatik und Interpunktion sind ganz, ganz wichtig.

Tipp 10: Kenne dein Können und deine Grenzen!

BDSM beinhaltet auch gefährliche Praktiken. Deshalb ist es wichtig, die Gefahren zu (er)kennen und vermeiden. Schon mit einem Rohrstock kann man bei falscher Handhabung schlimme Verletzungen verursachen. Eine Bullwhip in den Händen eines Anfängers ist extrem gefährlich. Spiele mit Atemkontrolle oder Wunden verursachende Praktiken (Cutting, Branding etc.) sind nichts für Anfänger. Der Dom hat immer die Verantwortung über die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Sub. Und diese Verantwortung darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Denn es gibt auch seelische Gefahren! Deshalb nochmal: Regel 1 befolgen!

Natürlich gibt es noch weitere Dinge, die beachtet werden sollten. Aber die werden automatisch zum Thema werden. Diese 10 Grundregeln werden einem angehenden Dom aber schon helfen, nicht schon nach den ersten Mails zum Dumm-Dom abgestempelt zu werden.

© Ellegon