10 Tipps

10 Tipps für Neueinsteiger

… von Trivia_Hekate

Die Erkennung seiner submissiven/devoten/masochistischen Neigung ist nicht immer leicht.
Die Waage zwischen der Frau und der Sub/Sklavin gerät anfänglich oft ins Ungleichgewicht, was wirklich bei vielen in den Anfängen zu kleineren oder auch größeren Problemen in der Psyche und im Alltag führen kann.

So ging es mir jedenfalls damals in meinen Anfängen 😉

Vorweg noch ganz kurz:
der Einfachheit halber, weil ICH eine Frau bin spreche ich von der submissiven Person als Frau und von der dominanten Person als Mann – natürlich gilt dies auch für jegliche andere Geschlechter-Beziehung.
Außerdem schreibe ich Partner oder Beziehung, damit meine ich auch hier jegliche Form, ob Spiel- oder Beziehungspartner

Tipp 1 Informiert Euch

Was heisst es überhaupt submissiv, devot oder masochistisch zu sein?
Was heisst es dominant und sadistisch zu sein?
Womit beschäftigen sich die Menschen, die BDSM leben?
Was ist D/S oder S/M?
Was gibt es auch zu beachten – z.B.: Thema Sicherheit / Covern?
Bin ich noch normal?

Auf diese Fragen kann man Meinungen finden, indem man einfach mal die Leitgedanken der anderen liest und so kann man sich selbst ein Bild vom Ganzen und vom Eigenen machen.

… besucht mal Stammtische (die eignen sich übrigens super als erstes Date, da seit ihr in einer sicheren Umgebung ) hier kann man sich sehr gut und zwanglos und sicher mit Seinesgleichen unterhalten, außerdem lernt man dort auch Leute mit denen man auch Ausgehen kann kennen.

… schließt Euch den Gruppen hier an, denn auch hier findet ihr immer wieder Tipps oder Ratschläge und könnte Euch selber auch sehr gut einbringen.

Tipp 2 Gespräche/Hilfe suchen

Ist man dann mal eingetaucht mit seiner Neigung in den Bereich des BDSM, dann kann das anfänglich sehr verwirrend sein und man möchte sehr gerne auch persönlich einen Ansprechpartner haben.
Dies ist aber meist sehr schwer, weil man mit seiner sexuellen Neigung im Familien und Freundeskreis ja nicht hausieren geht/gehen möchte.
Manche schämen sich auch auf öffentlichen Stammtischen darüber zu reden, favorisieren einfach ein 1:1 Gespräch mit einem Menschen, mit dem sie vielleicht schon einen netten Gesprächskontakt haben.

Hier kann ich Euch den folgenden Link ans Herz legen:
Hier findet Ihr Sub-Paten, Subs unter sich: Bdsm – Paten die Euch bei Problemen, Fragen, in den Anfängen helfen können.
Schaut einfach mal rein, vielleicht findet ihr ja ein nettes Profil wo ihr denkt, ja den oder die schreibe ich einfach mal an.
Traut Euch, selbst wenn sie nicht aus Eurer direkten Umgebung kommen, denn auch via Clubmail, Mail, Telefon sind Kontakte möglich.

Tipp 3 Sicherheit und Vorsicht

In den Anfängen ist es oft so, dass man sehnsüchtig auf den Augenblick wartet einen Dom zu finden, der einem den Weg weißt, der einem zeigt wie tief das Gefühl im Ausleben mit BDSM sein kann.
Man lechzt förmlich danach (das hört übrigens nie so wirklich auf) und auf der Suche nach einem geeigneten Partner kann man dann auch schnell leicht unvorsichtig werden.
In den Profilen der Doms, auf den einschlägigen Foren-Seiten, kommt es durchaus vor das dort Dinge stehen, die sich zwar ach so toll anhören, wenn man aber auf der Hut ist und auch mal genauer hinschaut, dann kann sich eben auch herausstellen, dass vieles nicht so ist, wie es geschrieben ist.
Es wird auch mal gelogen oder man stellt sich schöner dar, nur um an eine geeignete Sub zu kommen.
Auch gibt es immer mal wieder Fakes in den Foren.

Man kann durch beobachten, reflektieren der Profile, der Aussagen der Doms, der Schreibweisen, Telefonate usw. oft schon im Vorfeld erkennen, ob man hier vielleicht doch noch mal um einiges vorsichtiger sein muss, hier mal ein paar Ratschläge, die mitunter darauf hindeuten “könnten”, ob es sich um einen passenden „Partner“ handeln kann.

…. ist der Profilinhaber ein Premium-Mitglied?
…. hat er ein Real-Zeichen?
…. benutzt er den Textgenerator?
…. wenn er Freunde anzeigen lässt, was sind dies für Menschen?
…. was sucht der Profilinhaber?
…. ist er offen für einen Bilderaustausch?
…. geht er beim anfänglichen Kontakt auf Dich ein, oder fordert er direkt?
…. wie lange ist der Profilinhaber angemeldet?
…. trägt er zu Gruppen bei, hat er sich Gruppen angeschlossen?

Tipp 4 Eine Sub ist in erster Linie auch nur ein Mensch und eine Frau

Im BDSM geht es um Unterwerfung, Fügung, Dominanz, Führung aber nicht darum sein Gehirn an der Garderobe abzugeben.
Es ist meiner Meinung nach sehr wichtig in den Anfängen skeptisch und vorsichtig zu sein, bis das sich genug Vertrauen aufgebaut hat mit Eurem Partner, um weiter zu gehen in Bereiche, die für Euch anfänglich nicht unbedingt vorstellbar sind, in denen ihr und auch er vielleicht Grenzen überschreitet.

Ein Dom der von Euch schon bereits vor oder in den ersten Treffen Dinge, wie „komische“ Kleiderordnung oder Verhaltensweisen, Nacktbilder, Sex usw. verlangt sollte nicht Eure 1. Wahl als Dom sein.

Und sollte dann der Dom daraufhin solche Aussagen wie unten beschrieben treffen, dann spricht das nicht gerade für einen Mann, der sich näher und intensiver mit BDSM auseinander gesetzt hat und dann BITTE schießt in ab.

Du bist meine Sklavin.
Du musst mich mit Herr anreden
Du bist doch gar keine richtige Sub, weil Du dies oder jenes nicht tust
Eine Sub hat zu machen was ich sage
Eine Sub hat keine eigene Meinung zu haben
Sub Du putzt mir jetzt jede Woche die Wohnung

Tipp 5 Eine Sub muss auch außerhalb der Session Sub sein

Muss sie das?
Nein, es gibt Begriffe wie 24/7, TPE, Mischformen.
Diese jedoch können erst nach ganz viel Vertrauen und einem längeren gemeinsamen Weg, wenn überhaupt in Angriff genommen werden.
Anfänglich ist es sinnvoll genau zu definieren, wann fängt die Session an und wann wird sie beendet, bevor man sich weiter und tiefer wagt.
Ich persönlich bin sowieso der Meinung, dass eine gänzliche und komplette Aufgabe nicht lebbar und erstrebenswert ist. Weder für die Sub und auch nicht für den Dom, denn ich glaube das es auch für den dominanten Part viel zu anstrengend wäre, immer ständig alles zu leiten, führen, zu bestimmen, denn auch der dominante Part braucht hier und da Unterstützung, Pausen, hat eigene Dinge zu regeln usw. und sollte es in einer Partnerschaft enden, dann ist man doch erst Recht dafür da, den anderen zu unterstützen.

Jeder sollte sein eigenes Leben und für sich alleine leben können. Schließlich können wir nicht immer davon ausgehen, dass der Andere bis ans eigene Lebensende für einen da ist und für einen Sorge trägt/tragen kann.

Tipp 6 Covern

Für mich eine unabdingbare Sache in der Anfangszeit. Man ist oft geblendet von seinem Gegenüber, weil die Dominanz die er ausstrahlt einfach nur gut tut. Aber so läuft man auch schnell Gefahr sich hinreißen zu lassen, zu Dingen, die man eigentlich noch gar nicht möchte.
Ich finde, das man sich auf jeden Fall – gerade wenn man noch so wenig übereinander weißt – bei den ersten Treffen covern lassen sollte.

Über das: wie gecovert werden soll, sollte man vorher mit seinem Coverer reden.
Auch hier gibt es eine Gruppe in der man sich informieren kann.

P.S.: Stammtische sind übrigens super Lokations fürs erste Treffen, da seit ihr sicher und es ist ziemlich entspannt 😉

Tipp 7 Die ersten “Sessions” / ” Spiele”
gemeinsame Grenzen stecken … Tabus …. Nie‘s …. Nogo’s …. Safewörter

Ein besonders wichtiger Punkt ist, so wie ich persönlich finde, in den Anfängen einfach die Grenzen ab zu stecken.
Ich selbst unterteile mein BDSM in Nogo’s und Nie’s.

Nie’s sind die Dinge die ich wirklich für mich gänzlich ausschließen kann und diese Dinge hat jeder. Eine Sub die von sich sagt, ich bin tabulos gibt es nicht und gehört für mich erst mal in eine psychologische Betreuung (man denke hier an die typischen Dinge wie Kinder, Tiere, Gewalt außerhalb des BDSM usw.)

Nogo’s sind für mich Dinge, die ich nicht machen möchte, wo ich aber nicht gänzlich ausschließen kann, dass ich sie nicht doch irgendwann auch tun würde.
Davon gab es bei mir anfänglich nämlich ganze viele und nun ist diese Liste doch schon merklich geschrumpft.

Ich bin eine Verfechterin der Safewörter.
Zwar habe ich diese bisher selbst nie benutzt, muss aber sagen, dass ich sie wenn ich mir unsicher wäre mit einem Mann immer festlegen würde.

Ein Safewort ist ein Rettungsanker für jeden Neuling, egal ob Sub oder Dom.

Wird dieses Wort ausgesprochen (übrigens NEIN oder AUA sind keine Safewörter) dann sollte sofort der BDSM Kontakt abgebrochen werden.

Nicht jeder Dom ist in der Lage seine Sub sofort „lesen“ zu können, nicht jeder ist 100 % emphatisch und kann einschätzen wann es zu weit geht.

Es auszumachen kostet nichts, auch wenn ich selbst den sofortigen Abbruch des BDSM – Kontext gar nicht favorisiere.

Was ich für mich persönlich lieber mag, ist ein Dom, der hinterfragt.
Wie geht es Dir?
Der beobachtet!
Der auf Körperreaktionen achtet und reagiert
(z.B.: Schweißausbrüche, Wortverlust, Gliedmaßen, momentane Verfassung beobachten usw.)
und der dann danach entscheidet, wie er sich umorientieren muss, weil man sonst Gefahr läuft, das ein physischer oder psychischer Schaden entstehen “kann”

Der Ampelcode wäre auch eine Möglichkeit nicht sofort aus dem Kontext rauszugehen.
Ist die Sub mit einem grün dabei, dann ist alles gut.
Sagt sie auf Anfrage gelb, sollte Dom sich Gedanken machen, wie er sie wieder zu grün bringt und sagt sie rot muss er sofort die Aktion beenden und erst mal schauen wie es weitergehen kann, so das ein gänzlicher Abbruch nicht zwingend sein MUSS.
Spricht die Sub aber das Safewort aus, sollte umgehend der Kontext beendet werden.

Und sollte mal etwas nicht so gut laufen, hoffe ich sehr auf den dominanten Part, das er in der Lage ist, die Sub aufzufangen, zu tragen und zu halten, eben nicht nur nach einem “Flug”, sondern auch wenn es ihr nicht gut geht – hier ist es wieder wichtig zu Reden.

Tipp 8 Reden

Ich finde man kann zwar viel zerreden, aber im BDSM Kontext fällt dem Reden eine besondere Bedeutung zu.
Gerade wenn einer oder sogar Beide Anfänger sind.
Nur so kann man den anderen immer besser kennenlernen, nur so kann man immer mehr in das Spiel eintauchen. Nur so kann man freier werden.
Vor und nach einer Session ist das Reden besonders wichtig, aber natürlich auch immer zwischendrin.

Es gibt auch Neigungs-Fragebögen, die man zur Hilfe nehmen kann, tlw. sogar ganz Gute, wo Beide ihre Vorlieben und / oder Erfahrungen eintragen können.

Ich selbst finde meinen Fragebogen mittlerweile gut, denn ich sehe auch, wo ich mich hin entwickelt habe.
Über den Fragebogen kann man auch sehr gut seine gemeinsamen Grenzen ausmachen.

Beide sollten ja schließlich ähnliche Interessen haben, denn was nützt es einer masochistischen Sub, wenn sie einen Dom an ihrer Seite hat, der gar keine sadistischen Züge in sich trägt und dies auch für sich nicht so leben möchte.

Reden bringt Vertrauen, offen sein und über Eure Gedanken auch mit ihm Rede, über das was ihr mögt ruhig auch und besonders das was ihr nicht mögt. Er ist nicht nur Dom er ist auch Mann und er muss die Möglichkeit bekommen Euch richtig einzuschätzen und auch Euch Vertrauen zu können.

Tipp 9 Profile und wie finde ich den Richtigen

Im Zeitalter des Internets, der Foren findet sich ja für jeden was
Den Richtigen zu finden ist aber nicht leicht, egal in welchen Foren man sich befindet.
Es kann mitunter sehr lange dauern und ihr braucht Geduld
(wissen Subs eigentlich was Geduld ist ?)

In den Foren, findet der erste Eindruck und der erste Kontakt über ein Profil statt.

Über ein Profil kann man des Öfteren schon herausfiltern, ob der Mensch hinter dem gegenüberliegenden Profil überhaupt das ist, was man selber sucht.
Auch lassen sich manches Male böse Überraschungen vermeiden, indem man Profile genauer liest (siehe Tipp 2)

Viele fragen sich vielleicht auch, darf ich überhaupt als Sub einen Dom anschreiben?
Wie schreibe ich einen Dom als Sub an?
Sollte das Anschreiben unterwürfig sein, die Anrede Herr?

Ganz klar, ich kann – darf – soll auch einen dominanten Mann anschreiben – geht ja manchmal auch nicht anders, z.B. wenn er kein Premium ist.

Meine klare Auffassung ist, ich schreibe ihn in erster Linie ja einen unbekannten Mann an und er hat keinerlei Anspruch auf eine bestimmte Anrede oder eine bestimmte Anschreibeform meinerseits.
Respekt und Stil, Offenheit und Ehrlichkeit, Höflichkeit ist natürlich Voraussetzung für Beide in ihrem Kontakt.

Schön ist es natürlich immer wenn er auf Dein Profil eingeht oder anders herum.

Auf Anschreiben wie:
Willste Ficken? (ja das gibt es auch)
Hallo!
Wie geht es Dir?
… bekommt mittlerweile von mir keiner mehr eine Antwort.
Wer sich Mühe gibt und mich vernünftig anschreibt bekommt bei mir immer eine Antwort und wenn es auch NUR eine nette Absage ist, das ist ein Akt der Höflichkeit.

Hat man dann aber den Richtigen, für eine gewisse Zeit, auf seinem Lebensweg gefunden, öffnen sich Türen und Tiefen die sehr bedeutsam sind und die verbinden.

Und BDSM ist noch so vieles mehr.

Tipp 10 Jeder so wie er mag – jeder muss sein eigenes BDSM finden

Ich möchte zum Abschluß noch ganz klar sagen, dass die meisten von uns hier im Joy ja nun bereits 3 x 7 Jahre alt sind.
Jeder muss für sich entscheiden was er möchte und was er tut.
Jeder muss für sich entscheiden wo sein Weg hinführt und wie er damit umgeht.
Jeder muss sein eigenes BDSM finden.

Meine Ratschläge sind für mich relevant,
d.h. nicht, das jeder sich danach richten soll, aber ich finde es gerade in den Anfängen hilfreich, wenn man Gedankenanstöße bekommt, auf die man vielleicht selbst nicht von alleine gekommen wäre.

Ich wünsche Euch ganz viel Glück bei der Suche auf Eurem Weg!

© Trivia

Ein herzliches Dankeschön an Trivia_Hekate für diese wirklich guten Tipps!!